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Akademie Musiktheater heute

„Mind the Gap” – Musiktheater-Miniaturen feiern Premiere | Festakt 2022

Festakt, Galerie, Nachricht

© Sonja Palade

Festakt 2022 Mind the Gap

Informationen zu den Stücken, zu den Beteiligten sowie Hintergrundinformationen finden Sie hier.

© Sonja Palade

Mind the Gap lautet das Motto des Musiktheaterprojekts, das die Akademie Musiktheater heute (AMH) über einen Zeitraum von drei Jahren entwickelt hat. Am 2. Dezember 2022 fand die Uraufführung im Rahmen des Festakts der AMH im Frankfurt LAB statt. Mit drei Miniaturen präsentierten Nachwuchstalente des Förderprogramms für junge Musiktheaterschaffende der Deutsche Bank Stiftung, zusammen mit Sängerinnen und Sängern der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) und Musikerinnen und Musikern des Ensemble Modern, zeitgenössisches Musiktheater und verhandelten dabei aktuelle gesellschaftspolitische Fragen.

In atemloser Aufregung startete 1977 eine Raumsonde ihre Reise in den interstellaren Raum. Das Herzstück der Voyager: eine goldene Platte. Darauf befindet sich eine Sammlung von Bildern und Tonaufnahmen, die noch hunderte Millionen Jahre später ein umfassendes Abbild der Menschheit wiedergeben soll. Aber kann die Sammlung wirklich ein Zeugnis dieser sein? Oder ist ihre westlich geprägte Weltsicht lückenhaft? Der Regisseur Rafael Ossami Saidy inszeniert den Raketenstart in Die goldene Platte von Sergey Kim als ohrenbetäubenden Triumph der Wissenschaft, öffentliche Feier und emotionalen Abschied zugleich.

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Wem gehört ein Kunstwerk? Den Schöpferinnen und Schöpfern? Den Käuferinnen und Käufern, den Rezipientinnen und Rezipienten? Gehört es sich selbst, der Welt, niemandem? Oder sind die Konzepte von Werk und Besitz als solche bereits hinfällig? In vanishing point von Thierry Tidrow und jari. erwacht ein Kunstwerk zum Leben und widersetzt sich seinem Verkauf. Regisseurin Ariane Kareev rückt die Statue, halb Werk, halb Mensch, auf einer ansonsten leeren Bühne ins Zentrum des Geschehens.

Ausgehend vom geflügelten Wort  Mind the Gap werden in dem abstrakten Musiktheaterstück Timesnacks von Jadwiga Maria Frej in einer Inszenierung von Thea Reifler Zwischenräume verhandelt. Der Versuch, Festschreibungen und binäres Denken aufzulösen, prägt queere Theorien und queeres Sein. Kann eine Geschichte ohne feste Perspektive, ohne Heldin und ohne Held erzählt werden? Können wir Zeit als nicht fortschreitend, sondern als zirkuläres Gebilde denken und wahrnehmen? Wie kann sich Musiktheater diesem Verstehen von Welt annähern?

Insgesamt dreizehn Musiktheaterschaffende des AMH-Jahrgangs 2019-2022 wirkten an dem Musiktheaterprojekt Mind the Gap mit. Zudem wirkten AMH-Alumnus Thierry Tidrow und AMH-Stipendiatin 2022-2024 Linda Kokkores mit. Musikalisch unterstützt wurden sie dabei von Mitgliedern des Ensemble Modern und Sängerinnen und Sängern der HfMDK.

Ab dem 22. Dezember 2022 steht Mind the Gap als Video-on-Demand auf dem YouTube-Kanal der Deutsche Bank Stiftung zur Verfügung.

  • © Sonja Palade

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