Akademie Musiktheater heute

Über die Akademie

Die Akademie Musiktheater heute (AMH) bietet jährlich bis zu 15 jungen Talenten aus den Bereichen Bühnen- und Kostümbild, Dirigieren, Dramaturgie, Komposition, Kulturmanagement, Libretto/Text und Regie die Möglichkeit, in einem zweijährigen Programm ihre Kenntnisse im Bereich der künstlerischen Gestaltung sowie des Managements von Musiktheater zu vertiefen und Erfahrungen in der Praxis zu sammeln.

Entstanden ist die Akademie aus einer Initiative des Dirigenten Titus Engel und des Musikwissenschaftlers Viktor Schoner. Zusammen mit dem damaligen Leiter der Salzburger Festspiele, Gérard Mortier, entwickelten sie Ende der 1990er Jahre das Konzept einer Akademie Musiktheater heute – Berlin-Salzburg. 2001 wurde die Idee der Akademie von der Deutsche Bank Stiftung als operatives Projekt übernommen und seitdem immer weiter entwickelt und ausgebaut.

Die AMH schließt eine Lücke in der Nachwuchsförderung im Musiktheaterbereich und hat sich dort als feste Größe etabliert. Der Netzwerkgedanke kommt von Jahr zu Jahr mehr zum Tragen: Zahlreiche Alumni und aktuelle Stipendiatinnen und Stipendiaten arbeiten an renommierten Häusern oder sind als Freischaffende tätig. Einige besetzen leitende Positionen an internationalen Opernhäusern und Festivals.

Jury

Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten übernimmt eine jährlich wechselnde Fachjury. Der Jury 2022 gehören an:

© Nikolaj Lund

Anja Bihlmaier

Jurorin Dirigieren

Anja Bihlmaier ist seit der Saison 2020/2021 Chefdirigentin des Residentie Orkest Den Haag und seit September 2020 erste Gastdirigentin der Sinfonia Lathi. Neben ihren regelmäßigen Auftritten in den Niederlanden und in Finnland ist Anja Bihlmaier eine international gefragte Dirigentin; in der laufenden Saison debütiert sie zum Beispiel bei der CAMERATA Salzburg, am Nationaltheater Mannheim, beim Oslo Philharmonic, Helsinki Philharmonic Orchestra, Hong Kong Philharmonic Orchestra, Belgian National Orchestra und Seoul Philharmonic Orchestra. Außerdem kehrt sie zum BBC Philharmonic, Spanish National Orchestra in Madrid, Orquesta Sinfónica de Galicia und zu den Göteborger Symphonikern zurück. Ihre Leidenschaft gehört nach mehreren Jahren als Korrepetitorin und Kapellmeisterin, unter anderen an den Theatern in Kassel und Hannover, genauso der Oper: In den letzten Spielzeiten dirigierte sie regelmäßig an der Volksoper Wien, an der Malmö Oper (Benjamin Brittens A Midsummer Night’s Dream) oder in Trondheim (Charles Gounods Faust). Für 2023 sind Premieren (Der fliegende Holländer und La Traviata) in Tampere und an der Den Norske Opera & Ballett in Oslo geplant und für August 2024 ihr Debüt beim Glyndebourne-Opernfestival.

© Oliver Röckle

Alexander Charim

Juror Regie

Alexander Charim ist freischaffender Regisseur für Schauspiel und Musiktheater unter anderem am Schauspielhaus Wien, an der Staatsoper Hannover, der Deutschen Oper Berlin, am Theater Basel, am Theater Bielefeld, am Landestheater Niederösterreich in St. Pölten, am Hans-Otto-Theater in Potsdam, am Volkstheater Wien und am Theater Osnabrück. Er studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Wien und Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Zu seinen letzten Inszenierungen gehören Carousel am Theater Basel, Kabale und Liebe am Landestheater Niederösterreich, Peter Grimes am Landestheater Coburg, Le Nozze di Figaro am Theater Bielefeld, Henrik Ibsens Peer Gynt und Ödipus von Sophokles am Theater und Orchester Heidelberg, Jugend ohne Gott am Theater Baden-Baden und Schwere Knochen am Volkstheater Wien. 2015 wurde er für den NESTROY-Preis in der Kategorie „Beste Bundesländer-Aufführung“ für Weh dem, der lügt! (Landestheater Niederösterreich) nominiert, 2016 erhielt er den Dr. Otto Kasten-Preis der Intendant*innengruppe des Deutschen Bühnenvereins und den NESTROY-Preis in der Kategorie „Beste Bundesländer-Aufführung“ für seine Inszenierung von Aki Kaurismäkis Lichter der Vorstadt (Landestheater Niederösterreich). 2008 bis 2010 war er Stipendiat der Akademie Musiktheater heute.

© Matthias Baus

Miron Hakenbeck

Juror Dramaturgie

Miron Hakenbeck ist seit der Spielzeit 2018/2019 Dramaturg an der Staatsoper Stuttgart, wo er das Profil des Hauses unter der Intendanz von Viktor Schoner mitgestaltet. Hier arbeitete er unter anderem mit Árpád Schilling, Stephan Kimmig, Barbara Frey, Anika Rutkofsky und dem Kollektiv Hauen und Stechen, entwickelte mit Schorsch Kamerun Konzertformate und mit Sergej Newski, Titus Engel und Paul-Georg Dittrich das Uraufführungsprojekt Boris. Seit 2005 arbeitet Miron Hakenbeck immer wieder eng mit dem Regisseur Krzysztof Warlikowski bei dessen Operninszenierungen zusammen, zuletzt im Frühjahr 2022 bei Leonard Bernsteins A quiet place an der Opéra national de Paris. Von 2008 bis 2018 war er Dramaturg an der Bayerischen Staatsoper. Neben der Mitarbeit an Inszenierungen von Krzysztof Warlikowski, Árpád Schilling, Barbara Frey, Sidi Larbi Cherkaoui und anderen entwickelte er mit Künstlerinnen, Künstlern und Kollektiven wie Sven Holm, Ludger Engels, La Fura dels Baus und Hauen und Stechen sowie mit den Komponistinnen und Komponisten Lucia Ronchetti, Nikolaus Brass, Felix Leuschner, Jan Duszynski und Moritz Eggert Projekte an Orten jenseits der großen Bühne und im Stadtraum. Eine Zusammenarbeit mit der Regisseurin Ewelina Marciniak hat jüngst an den Bühnen Bern ihren Anfang genommen.

© Katharina Kost-Tolmein

Katharina Kost-Tolmein

Jurorin Kulturmanagement

Katharina Kost-Tolmein ist seit Anfang 2022 Generalintendantin am Theater Münster und startete zur Spielzeit 2022/2023 mit ihrem künstlerischen Leitungsteam. Sie studierte Klavier in Karlsruhe und Brüssel sowie Musikwissenschaft und Philosophie in Heidelberg. Erste Engagements führten sie ab 1997 in die Operndramaturgie des Nationaltheaters Mannheim und an das Theater und Orchester Heidelberg. 2005 promovierte sie mit einer Arbeit über Das tragico fine auf venezianischen Opernbühnen des späten 18. Jahrhunderts. Im selben Jahr kam sie als Musikdramaturgin an das Theater Lübeck, wo sie ab der Spielzeit 2007/2008 als Leitende Musikdramaturgin und Stellvertreterin des Operndirektors arbeitete. 2013 bis 2020 leitete sie als Operndirektorin die Musiktheatersparte des Theaters Lübeck und initiierte hier eine Zeit mutiger und verschiedentlich ausgezeichneter Regiearbeiten unter anderem zusammen mit Sandra Leupold, Peter Konwitschny, Jochen Biganzoli, Florian Lutz, Cordula Däuper und Tom Ryser. 2004 bis 2006 war sie Stipendiatin der Akademie Musiktheater heute.

© Dietlind Konold

Kerstin Maria Pöhler

Jurorin Libretto/Text

Kerstin Maria Pöhler war in leitenden Positionen und als künstlerisches Direktionsmitglied an verschiedenen Opernhäusern tätig (Bayerische Staatsoper, Oper Graz, Staatstheater Braunschweig). Seit 2009 arbeitet sie als freischaffende Regisseurin und Autorin. Ihr Repertoire reicht vom Barock bis zur zeitgenössischen Oper. So inszenierte sie Werke unter anderem von Jacopo Peri, Wolfgang Amadeus Mozart, Jules Massenet, Giuseppe Verdi oder Richard Wagner. Mit dem Friedenstag in Kombination mit den Metamorphosen von Richard Strauss leistete sie einen wichtigen Beitrag zur Rezeptionsgeschichte, wie die Opernwelt schrieb. Die Inszenierung wurde für den International Opera Award nominiert sowie in der Deutschen Bühne in der Kategorie „Beste Regie” und „Beste Bühne”. Neben der Musiktheaterregie beschäftigt sie sich mit künstlerischen Grenzüberschreitungen jenseits der Genres: Sie gründete das Produktionsteam H_OPE, Human Opera, das partizipative Musiktheaterprojekte entwickelt und schreibt Libretti, zuletzt Die Stadt der Blinden (Opernhaus Zürich, 2011, Musik Anno Schreier) und Schade, dass sie eine Hure ist (Deutsche Oper am Rhein, 2019, Musik Anno Schreier), das für den International Opera Award 2020 in der Sparte „Beste Uraufführung” nominiert war.

© Rafael Kroetz

Silke Willrett

Jurorin Bühnen- und Kostümbild

Silke Willrett ist seit 2001 als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin tätig. Sie studierte Bühnen- und Kostümbild bei Jürgen Rose und absolvierte ihr Staatsexamen in Kunstgeschichte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Ihre Engagements führten sie unter anderem an die Staatsoper Berlin, die Oper Köln, das Theater Bremen, die Deutsche Oper am Rhein, das Aalto-Theater in Essen, die Oper Frankfurt, die Vlaamse Opera in Antwerpen/Gent, das Théâtre de la Monnaie in Brüssel, die Dutch National Opera in Amsterdam, das Opernhaus Zürich sowie zu den Salzburger Festspielen. Zu ihren wichtigsten Partnerinnen und Partnern zählen Tatjana Gürbaca, Christof Nel, Andrea Breth, Hendrik Müller, Jörg Behr und Jan Essinger. Die Deutsche Bühne und Opernwelt nominierte sie mehrfach als beste Bühnen- und Kostümbildnerin. Als bildende Künstlerin ist sie Mitglied der Gruppe Linienscharen, die sich jährlich mit Ausstellungen überregional präsentiert.

© Ras Rotter

Vito Žuraj

Juror Komposition

Vito Žuraj ist Komponist und Professor für Komposition an der Universität Ljubljana. Seine Werke zeichnen sich durch kraftvolle Kompositionen, die häufig szenische Elemente und Raumklangkonzepte einbeziehen, aus. Sie sind regelmäßig in den großen Konzertsälen und bei wichtigen Festivals wie den Salzburger Festspielen oder dem Festival d’Aix-en-Provence zu hören, interpretiert unter anderem vom New York Philharmonic Orchestra, dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem RIAS Kammerchor, dem SWR Experimentalstudio, dem Ensemble intercontemporain oder dem Klangforum Wien. Zuletzt kam sein Cellokonzert Unveiled für Jean-Guihen Queyras beim Ljubljana Festival mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Kerem Hasan zur Uraufführung; das Werk war im Laufe der Saison 2021/2022 mit dem Gürzenich-Orchester Köln und mit dem Konzerthausorchester Berlin zu hören. Darüber hinaus arbeitet er an einem Musiktheaterwerk nach einem Text von Klaus Händl für die Oper Frankfurt. Er erhielt unter anderem den Claudio-Abbado-Kompositionspreis, den Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart und den Prešeren-Preis, die höchste Auszeichnung für Kultur in Slowenien. Von 2010 bis 2012 war er Stipendiat der Akademie Musiktheater heute.

Kuratorium

Das Kuratorium besteht aus Gründungsmitgliedern der Akademie Musiktheater heute (AMH) und bedeutenden Persönlichkeiten des europäischen Musiktheaters.

Titus Engel

Freischaffender Dirigent

Sergio Morabito

Opernregisseur, Chefdramaturg der Wiener Staatsoper

Karoline Gruber

Freischaffende Opernregisseurin, Professorin für Szenischen Unterricht an der Universität Mozarteum Salzburg

Enno Poppe

Freischaffender Komponist, Dirigent, Leiter des ensemble mosaik

Johannes Harneit

Komponist, Dirigent, Pianist, Chefdirigent der Sinfonietta Leipzig

Heike Scheele

Freischaffende Bühnenbildnerin für Schauspiel und Oper

Christian Jost

Freischaffender Komponist und Dirigent

Viktor Schoner

Intendant der Oper Stuttgart

Bernd Loebe

Intendant der Oper Frankfurt

Akademie Musiktheater heute

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